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WS

Der WS-Web-Reporter im LRI der Deutschen Bank

Wilfried Schollenberger
Vortrag auf der DISK 2000

Inhalt

Einführung

Das Personalreporting der Deutschen Bank besteht in Deutschland zur Zeit aus drei Komponenten:
  1. Ein neues konzernweites Personalmanagementsystem auf der Basis von Peoplesoft, db-people, dient zur Erfassung, Verwaltung und zum aktuellen Reporting.
  2. Ein Teil dieser Daten wird monatlich abgezogen und in einer SAS-Datenbank aufbereitet. Hier wird ein revisionsfähiger Datenbestand gehalten, der es erlaubt, die Informationen zu jedem Stichtag zu reproduzieren. Zudem erlaubt die auf Auswertungen optimierte Datenstruktur eine einfachere und schnellere Programmierung von ad-hoc-Abfragen.
  3. Für den überwiegenden Teil aller Anfragen werden aus diesen Daten denormalisierte, thematische Stichtagsbestände zu Personalbestand, Bewegungen und Fehlzeiten erzeugt, die von berechtigten Benutzern über das Intranet der Deutschen Bank ausgewertet werden (LRI).
Konzeptionell basiert das "Lokale Reporting-Instrument" (LRI) auf einer Fat-Client-SAS-Applikation, die von Frau Hesse und Herrn Hofmann entwickelt und nun durch eine Intranet-Lösung abgelöst wurde. Bei dieser Fat-Client-Lösung wurden die Stichtagsbestände zum Personalbestand monatlich für die Clients bereitgestellt und mit einer SAS/AF-Anwendung ausgewertet. Dabei hat sich gezeigt, daß die einfache Struktur der Abfragen ("Zeilen", "Spalten", "Werte", "Filter") in Verbindung mit der großen Flexibilität, die sich aus den über 100 bereitgestellten Merkmalen ergibt, von den Benutzern sehr gut angenommen wurde.

Mit der neuen Lösung wurden vor allem praktische Vorteile angestrebt:

Für die Anwendung selbst standen neben der Einführung zusätzlicher Bestände (Bewegungen und Fehlzeiten) vor allem die Anpassung an die WEB-Umgebung (HTML-Ausgaben und tab-separated-files für EXCEL) und, als wesentliche Verbesserung für die Benutzer, die permanente Speicherung von Report-Definitionen mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen an.
 

Zwischen SQL und OLAP

Beim Vergleich mit anderen Produkten ist das LRI zwischen der Programmierung von Abfragen und Informationssystemen mit definierten Darstellungen (OLAP, EIS) einzuordnen: Mit dem WEB-Reporter wird das Problem der fehlenden fachlichen Vorgaben so in die Fachabteilungen zurückgegeben, daß diese sinnvolle Lösungen finden und implementieren können. Bei der Deutschen Bank sind das im wesentlichen die Personalcontroller.

Realisierung

Die Realisierung der SAS-Datenbank und des Reporting-Instruments LRI mußte zwischen der Fertigstellung und der Einführung des operativen Teils von db-people erfolgen. Ein früherer Start wäre nicht sinnvoll gewesen, weil dann die SAS-Datenbank und ihre Belieferung immer wieder an Änderungen im operativen System anzupassen wären. Der Ende-Termin ergab sich aus der Tatsache, daß nach der Ablösung des Alt-Systems einige Schnittstellen von der neuen SAS-Lösung beliefert werden. Insgesamt standen 7 Monate zur Verfügung. Das Projekt bestand aus drei großen Blöcken:
  1. Analyse des operativen Systems und Modellierung des DWH (Januar bis April)
  2. Realisierung des DWH und der verschiedenen Data-Marts (April bis Juni)
  3. Realisierung des Reporting-Instruments LRI als Web-Applikation.
Bis auf die Bereitstellung des Data-Marts wurde die Realisierung des LRI von uns übernommen. Aufgrund unserer bisherigen Arbeiten, die ich auch in früheren Präsentationen vorgestellt habe, kannten wir die potentiellen Probleme und konnten für wesentliche Teile der Applikation auf bereits entwickelte Komponenten zurückgreifen.

Aufbau LRI

In der Deutschen Bank steht LRI (Lokales Reporting Instrument) sowohl für die gesamte in SAS realisierte Architektur wie auch für die Web-Applikaton.
Die Daten werden monatlich aus dem operativen System abgezogen und in einem SAS-Datenbestand revisionsfähig gespeichert. Das heißt, daß hier auch rückwirkende Änderungen im operativen System nachvollziehbar bleiben, und sowohl der aktuelle Kenntnisstand wie auch der zum Zeitpunkt eines früheren Abzugs berichtet werden kann. Sinnvoll ist eine solche Speicherung z.B. wenn nachvollzogen werden soll, warum die Daten, die in ein anderes System (SAP) geliefert wurden, von den aktuellen Daten im operativen System abweichen.

Diese Datenbasis dient zum einen für anspruchsvolle Auswertungen mit SAS-Mitteln, die aufgrund der Aufbereitung wesentlich leichter und schneller durchzuführen sind, als Abfragen der operativen Datenbank.

Darüberhinaus dient diese Datenbasis unter anderem zur Belieferung des Online-Reporting-Tools mit monatlichen Stichtagsbeständen die denormalisiert zu einzelnen Themen, aktuell Bestand, Bewegungen, Fehlzeiten, aufbereitet werden.

Aufbau des Web-Reporters

Der Web-Reporter ermöglicht den Zugriff auf diese Datenbestände von jedem Browser in der Deutschen Bank.
Im Hauptmenü des Reporters werden alle Parameter der Report-Definition angezeigt.

Die Einstellung der einzelnen Parameter erfolgt in zusätzlichen Fenstern.

Stand und Ausblick

Der WS-Web-Reporter ist als Produkt der WS Unternehmensberatung verfügbar und kann an verschiedene Platformen und lokale Gegebenheiten angepaßt werden. Insbesondere die Host-Komponente kann sehr flexibel für verschiedene Aufgabenstellungen optimiert werden. Das Applet ist mehrsprachig, d.h. für alle Texte wurde ein Java-Resource-Bundle verwendet, so daß sich die Sprache automatisch an die System-Einstellungen anpaßt. Zur Zeit sind Deutsch und Englisch implementiert.

Source-Code und Entwickler-Dokumentation sind ebenfalls verfügbar und werden auf Wunsch mit ausgeliefert. Wir streben aber an, eine einheitliche Code-Basis als Kern weiterzuentwickeln und so günstige Upgrades an alle Kunden auszuliefern.

Aktuell sind folgende Erweiterung in der Planung:

Erfahrungen

Eine Intranet-Anwendung mit einem MVS-Server und Java-Applet als Client ist zweifellos komplexer als eine "normale" Client-Server-Applikation mit SAS/AF. Trotzdem konnte die hier vorgestellte Lösung termingerecht und relativ problemlos eingeführt werden.

Der aktuell größte Vorteil besteht zur Zeit darin, daß es, technisch gesehen, sehr einfach ist, das System neuen Benutzern zur Verfügung zu stellen, weil keine Software installiert wird.

Allerdings scheint es, daß der Einstieg für neue Benutzer (im Unterschied zu den Benutzern der Vorgänger-Applikation) durch die große Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten und die aus fachlichen Gründen erklärungsbedürftige Behandlung von Fehlzeiten und Bewegungen zumindest eine ausführliche Einweisung erfordert. Hilfreich sind dabei vorgefertigte Standard-Reports, die diesen Benutzern einen ersten Zugang ermöglichen, und die fachliche Erläuterung der verschiedenen Themen und Variablen in den Hilfe-Seiten.

Nach kurzer Einarbeitungszeit erweist sich diese Art des Zugangs zu den Daten aber als einfach zu benutzendes Hilfsmittel um die verschiedensten Auswertungen extrem schnell zu erstellen.
 

Kontakt:

©WS Unternehmensberatung und Controlling-Systeme GmbH
Wilfried Schollenberger
Friedrich-Weinbrenner-Straße 20
69126 Heidelberg

Tel.: 06221 / 401 409
Fax: 06221 / 401 422

EMail: wisch @ ws-unternehmensberatung.de

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